Einmaleins in Sachen Einbruchschutz

In Deutschland hat die Zahl der Wohnungseinbrüche in den letzten Jahren wieder deutlich zugenommen. Mit dem richtigen Verhalten und effizienten Sicherungsmaßnahmen können Sie sich und Ihr Eigentum wirksam vor ungebetenen Gästen schützen. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten sollten.

Gelegenheit macht Diebe. Unverschlossene Garagen- und Kellertüren, gekippte Fenster oder unter der Fußmatte versteckte Schlüssel sind für Einbrecher willkommene Tatanreize. Machen Sie es Einbrechern nicht unnötig leicht. Indem Sie einfache Verhaltensregeln befolgen, können Sie wesentlich zu Ihrem eigenen Schutz beitragen.

  • Schließen Sie Türen auch bei kurzer Abwesenheit immer ab.
  • "Verstecken" Sie Haus- und Wohnungstürschlüssel niemals draußen.
  • Schließen Sie Fenster, Balkon- und Terrassentüren auch bei kurzer Abwesenheit. Gekippte Fenster sind von Einbrechern leicht zu öffnen.
  • Halten Sie in Mehrfamilienhäusern die Hauseingangstür sowie Keller und Bodentüren auch tagsüber geschlossen.
  • Wechseln Sie bei Schlüsselverlust umgehend den Schließzylinder aus.
  • Achten Sie auf Fremde im Haus oder auf dem Nachbargrundstück. Sprechen Sie Unbekannte ggf. an oder notieren Sie sich das Kfz-Kennzeichen.
  • Mülltonnen, Gartenmöbel, Rankgerüste, Leitern und hausnahe Bäume sind für Einbrecher willkommene Aufstiegshilfen. Räumen Sie solche Kletterhilfen weg oder entfernen Sie sie ganz.
  • Vermeiden Sie Hinweise auf Leerstand, wenn Sie in Urlaub fahren. Bitten Sie Verwandte, Bekannte, Nachbarn während Ihrer Abwesenheit nach dem Rechten zu sehen.
  • Vermeiden Sie eine direkte Konfrontation mit Einbrechern. Verständigen Sie stattdessen umgehend die Polizei.

Durchdachte Sicherungstechnik macht Einbrechern das Leben schwer und schreckt Gelegenheitstäter häufig ab. Denn fachgerecht eingebaute Sicherungen an Türen, Fenstern und Lichtschächten sind nicht so schnell zu "knacken". Je länger aber ein Einbrecher für den „Einstieg“ braucht, umso größer ist sein Risiko entdeckt zu werden.

Sicherungstechnik an Haus- und Wohnungstüren

Bei Neu- und Umbauten empfiehlt die Polizei den Einbau einbruchhemmender Türen nach DIN V ENV 1627. Der Vorteil: Türblätter, Zarge, Schloss und Beschlag der Türkonstruktion sind optimal aufeinander abgestimmt und bieten Einbrechern keine Schwachpunkte. Einbruchhemmende Türen gibt es in verschiedenen Widerstandsklassen (WK). Einen guten Einbruchschutz bieten Türen ab WK 2.

Schutzbeschlag

Sicherheitsschutzbeschläge schützen den Schließzylinder vor Beschädigung durch Abdrehen, Ziehen oder Durchschlagen. Die Polizei empfiehlt: Schutzbeschläge (nach DIN 18257) ab der Klasse ES 1, vorzugsweise mit zusätzlicher Zylinderabdeckung.

Einsteckschloss

Einbruchhemmende Einsteckschlösser (nach DIN 18251) ab der Klasse 4 und Schlösser mit Mehrfachverriegelung ab der Klasse 3 bieten einen guten Einbruchschutz.

Scharnierseitensicherung

Nicht nur die Schlossseite, auch die Band- bzw. Scharnierseite einer Tür sollte einbruchhemmend gesichert werden. Bei außen liegenden Bändern (Scharnieren) verhindern zusätzliche Scharnierseitensicherungen ein Aufhebeln der Tür.

Schließzylinder

Bei Schließzylindern empfiehlt die Polizei Profilzylinder (nach DIN 18252) der Angriffwiderstandsklasse 1. Noch besser: Zylinder der Angriffwiderstandsklasse 2 mit Bohrschutz.

Zusatzschlösser mit Sperrbügel

Mit einem Zusatzschloss erhöhen Sie den Widerstandswert Ihrer Haus- oder Wohnungstür. Besonders empfehlenswert: Zusatzschlösser mit Sperrbügel. Sie verhindern bei spaltbreit geöffneter Tür das unerwünschte Eindringen fremder Personen.

Querriegelschlösser

Besonders wirkungsvollen Einbruchschutz bieten Querriegelschlösser. Ihr Vorteil: sowohl die Schloss- als auch die Scharnierseite der Tür werden gesichert. Das von außen sichtbare Querriegelschloss hat zudem eine abschreckende Wirkung auf Einbrecher. Vor der Montage sollten Sie jedoch prüfen lassen, ob Ihre Tür für diese Art der Nachrüstung eignet ist. Querriegel bieten sich nicht nur zur Sicherung von Haus- und Wohnungstüren an. Auch Nebeneingängen wie Kellertüren können so effektiv gesichert werden.

Sicherungstechnik an Fenstern und Fenstertüren

Bei Neu- und Umbauten tragen einbruchhemmende Fenster und Fenstertüren (nach DIN V ENV 1627) wirksam zum Schutz des Hauses und seiner Bewohner bei. Der Sicherheitsvorteil solcher Fenster: Rahmen, Beschlag und Verglasung sind aus einem Guss und bieten effektiven Schutz vor Aufhebeln und Einwerfen der Verglasung. Wie einbruchhemmende Türen werden auch einbruchhemmende Fenster in verschiedenen Widerstandsklassen angeboten.

Abschließbare Fenstergriffe

Abschließbare Fenstergriffe sollten an keinem Fenster fehlen. Die Nachrüstung wirft in der Regel keine Probleme auf. Gegen das Aufhebeln bieten Griffsicherungen alleine jedoch keinen ausreichenden Schutz. Erst in Verbindung mit einer Pilzkopfverriegelung oder Zusatzsicherungen (Zusatzschlösser, Scharnierseitenschutz) ist ein effizienter Einbruchschutz gewährleistet.

Zusatzsicherungen

Nachrüstbare Fenster- und Fenstertürsicherungen (Zusatzkastenschlösser, Fensterstangenschlösser, Scharnierseitenschutz) sollten in ausreichender Zahl angebracht und fachgerecht montiert werden. Dabei muss die Bandseite (Scharnierseite) der Fenster ebenso gut gesichert werden wie die Griffseite.

Pilzkopfverriegelungen

Pilzkopfverriegelungen gehören heute zum Sicherheitsstandard moderner Fenster. Ihr Vorteil: mehrere Pilzkopfzapfen verriegeln den Fensterrahmen zu allen vier Seiten hin und sorgen so für einen wirksamen Schutz gegen gewaltsames Aufhebeln.

Sicherungstechnik an Kellerfenstern und Lichtschächten

Um Einbrüchen wirksam vorzubeugen, sollten auch Kellerfenster und Lichtschächte ausreichend gesichert sein. Fenstergitter oder von innen angebrachte Stahllochblenden verhindern das Eindringen unliebsamer Gäste durch die Kellerfenster. Keller-Lichtschächte lassen sich durch stabile Gitterroste sichern.

  • Von innen angebrachte Stahllochblenden sollten mindestens 3 mm stark sein. Der Verschluss kann mit einem stabilen Vorhängeschloss gesichert werden.
  • Keller-Lichtschächte lassen sich durch engmaschige Gitterroste wirkungsvoll gegen Einbruchversuche sichern. Voraussetzung: Das Gitterrost muss stabil sein und sollte fest verankert werden.

Urlaubszeit ist Einbruchzeit: Sichtbare Zeichen einer längeren Abwesenheit wirken auf Einbrecher wie eine Einladung. Sorgen Sie deshalb dafür, dass Ihr Haus/Ihre Wohnung auch während einer längeren Abwesenheit bewohnt wirkt. Mit geringem Aufwand können Sie so unliebsame Überraschungen vermeiden. Auch eine aufmerksame und hilfsbereite Nachbarschaft trägt zu mehr Sicherheit bei. Denn wo Gemeinschaftssinn herrscht, haben es Einbrecher schwerer.

  • Informieren Sie Ihre Nachbarn über Ihre Abwesenheit und hinterlassen Sie Ihre Urlaubsadresse, damit Sie im Ernstfall erreichbar sind.
  • Schalten Sie Ihren Anrufbeantworter aus, oder sprechen Sie eine möglichst neutrale Ansage auf ("Wir sind gerade nicht zu Hause"). Auf keinen Fall sollten Sie Ihre genauen Urlaubszeiten preisgeben. Auch nicht auf Facebook oder in anderen sozialen Netzwerken.
  • Überprüfen Sie vor Ihrer Abreise, ob alle Türen und Fenster fest verschlossen sind.
  • Drehen Sie Wasser und Gas (nur in den Sommermonaten) ab. Schalten Sie überflüssige Elektroanschlüsse ab und trennen Sie Elektrogeräte mit Stand-by-Modus vom Netz.
  • Schalten Sie Rollläden, Lampen, das Radio oder den Fernseher in Ihrer Abwesenheit über eine Zeitschaltuhr ein und aus. Ggf. kann das auch ein netter Nachbar übernehmen. Auf diese Weise wird der Eindruck suggeriert, dass Ihr Haus bewohnt ist.
  • Bitten Sie Freunde, Nachbarn oder Verwandte, Ihren Briefkasten regelmäßig zu leeren. Überquellende Post weist auf eine längere Abwesenheit hin.
  • Mähen Sie vor Ihrer Abreise den Rasen. Auch wuchernder Rasen verrät Leerstand.
  • Lassen Sie Wertsachen wie Sparbücher und Scheckkarten niemals offen in der Wohnung liegen. Besonders wichtige Dokumente und selten getragenen Schmuck können Sie in einem Schließfach bei Ihrer Bank oder Sparkasse sicher aufbewahren.
  • Legen Sie ein Verzeichnis mit genauer Beschreibung Ihrer Wertsachen an. Heben Sie entsprechende Kaufbelege, Quittungen und Urkunden auf und deponieren Sie diese Unterlagen an einem sicheren Ort. Im Schadenfall kann Ihr Versicherer anhand der Belege die Schadensumme schnell und lückenlos ermitteln.
  • Informieren Sie Ihre Versicherung, wenn Sie eine ausgedehnte Reise, einen längeren Kuraufenthalt oder eine längere berufsbedingte Abwesenheit planen. Versicherungstechnisch gelten Absenzen von mehr als zwei Monaten als gefahrerhöhend und müssen dem Versicherer mitgeteilt werden, damit der Versicherungsschutz uneingeschränkt erhalten bleibt.

Quellen

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